Grundsteuerreform 2022: Das ändert sich

Grundsteuerreform 2022: Das ändert sich

Last Update: 12.01.2022

2018 hat das Bundesverfassungsgericht die häufig kritisierten Vorschriften für die Bemessungsgrundlage der Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt, da sie zu Ungleichbehandlungen führen. Am 1. Januar 2022 beginnt der Zeitraum zur Feststellung der neuen Grundsteuer. Zum ersten Mal wird die neue Grundsteuer ab 1. Januar 2025 erhoben.

Was ändert sich für Eigentümer/innen und Mieter/innen? Das Wichtigste für Sie zusammengefasst:

Was ist die Grundsteuer?

Grundsteuer bezahlen alle Eigentümer/innen von bebauten und unbebauten Grundstücken. Die Grundsteuer berechnet sich anhand des Werts des jeweiligen Grundstücks, sofern bebaut inkl. des Werts der aufstehenden Immobilie. Anders als die Grunderwerbssteuer, die nur einmal beim Kauf anfällt, wird die Grundsteuer jährlich abgeführt.

Warum eine Änderung und Neuberechnung?

Bislang wurden vergleichbare Häuser und Grundstücke am selben Ort mitunter sehr unterschiedlich besteuert. Das liegt daran, dass bisher der sogenannte "Einheitswert" zur Berechnung herangezogen wurde. Dieser wurde bislang von den Finanzämtern nur punktuell geändert, z.B. bei wesentlichen Wertsteigerungen, Wertminderungen oder bei der Errichtung neuer Gebäude oder bei Eigentümerwechsel. Je nach Zeitpunkt der Feststellung kommt es damit – insbesondere im Ost-West-Vergleich – zu starken Unterschieden.

Was ändert sich mit der Grundsteuerreform?

Mit dem Grundsteuerreformgesetz sollen Grundstücke neubewertet werden. Die grundsätzlichen Positionen zur Berechnung der Grundsteuer bleiben jedoch gleich. Der Grundstückswert (Einheitswert) bildet weiterhin die Basis, die mit einer nun deutlich verringerten Grundsteuermesszahl und den von den Gemeinden festgesetzten Hebesätzen multipliziert wird. Hieraus ergibt sich die Grundsteuer.

Neu ist nun, dass der Grundstückswert (Einheitswert) anders ermittelt wird. Die Kriterien zur Ermittlung des Wertes werden verschlankt und damit vergleichbarer. Künftig spielen bei bebauten Grundstücken der Bodenrichtwert, die Grundstücksfläche, die Art des Gebäudes, das Baujahr und die Wohnfläche eine Rolle.

Neu ist nun, dass der Grundstückswert anders ermittelt wird. Künftig wird ihm der Bodenrichtwert sowie eine statistisch ermittelte Nettokaltmiete zugrunde gelegt. Der Grundstückswert soll in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden – damit wird zukünftig vermieden, dass ähnliche Grundstücke unterschiedlich besteuert werden.

Die Regelung gilt nicht bundesweit

Die Länder übernehmen mehrheitlich die Regelung, aber sie können auch eigene Grundsteuergesetze erlassen. Grundbesitzer/innen müssen also die regional geltenden Regeln und Rahmenbedingungen beachten.

Ich bin Eigentümer/in, muss ich selber aktiv werden?

Als Grundbesitzende/r Sie müssen in diesem Jahr eine "Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte" abgeben. Die Aufforderung dazu soll Ende März 2022 öffentlich bekannt gegeben werden.

Eine elektronische Datenübermittlung soll ab dem 1.7.2022 über die Plattform Elster möglich sein. Nach jetzigem Stand läuft die Abgabefrist bis 31.10.2022.

Was heißt das für mich als Mieter/in?

Mieter/innen müssen sich erst einmal um nichts kümmern. Für die Grundsteuer und die Einreichung der Daten sind die Eigentümer/innen verantwortlich. Wie bislang auch kann die Grundsteuer im Rahmen der Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden.

Da die neue Grundsteuer erst ab 1.1.2025 erhoben wird, kann auch die Neuberechnung erst frühestens dann in der Nebenkostenabrechnung auftauchen.

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